VST Saalfeld installiert im Audimax der TU Ilmenau 4K-Projektor und mehr

Punktgenau ins richtige Licht gesetzt

Das Audimax der Technischen Universität Ilmenau mit seinen 611 Plätzen ist nicht nur der größte Hörsaal auf dem Campus-Gelände, sondern er bietet durch seine große Bühnenfront und seine multimediale Technik die Möglichkeit, hier neben Vorlesungen auch Kongresse sowie akademische und kulturelle Veranstaltungen durchzuführen.

Doch mit dem Wintersemester 2016/2017 begann für das Audimax ein neues medientechnisches Zeitalter, das statt bisher auf analoger nun auf digitaler Bild- und Tonübertragung basiert. Neues Signalmanagement, neue Saalkameras, neue Bühnenlichttechnik sowie drei neue Projektoren galt es während der Semesterferien in nur vier Wochen zu installieren. Schon der zeitlich eng bemessene Rahmen war für das Saalfelder Systemhaus VST GmbH als Hauptauftragnehmer anspruchsvoll und nur erfolgreich zu meistern, weil die Universität und VST schon seit Jahren gut und vertrauensvoll zusammenarbeiten.

Als „zusätzliche technische Herausforderung“ bezeichnet VST-Geschäftsführer Dr. Jan Röder die Integration des 4K-Projektors - zumal der Anschluss entsprechender Bildquellen (noch) nicht zum Tagesgeschäft gehört. Er ist einer von insgesamt drei Projektoren, die aus dem Regieraum heraus mit einem Abstand von fast 25 Metern zur Bühne Bilder auf die dortige 9 mal 6 Meter große Leinwand projizieren. Zwei Panasonic PT-RS11KE-Projektoren im Regieraum, die für linkes und rechtes Bild auf der Leinwand zuständig sind, kombinieren dabei Helligkeit (12.000 ANSI-Lumen) mit hohem Kontrast (20.000:1). Gleichzeitig wird die Betriebsdauer der Leuchtmittel mit 20.000 Stunden angegeben - dank Laserlichttechnologie. Zum Vergleich: Bisher lag die Betriebsdauer eines Projektors mit wesentlich geringerer Lichtleistung bei durchschnittlich 2.000 bis 3.000 Stunden.

Der Clou der neuen Projektionstechnik ist allerdings der Mittelprojektor im Regieraum. Als 4K-Projektor mit 30.000 ANSI-Lumen hat der Christie Boxer 4K30 nicht nur eine enorme Lichtleistung, sondern liefert auch Bilder in 4xFullHD-Qualität. Ein „mattes“ Bild auf der Leinwand gehört trotz der enormen Leinwandgröße somit der Vergangenheit an. Vielmehr werden Bilder punktgenau ins rechte Licht gesetzt, womit sich die installierte Technik für die Durchführung einer Vielzahl von Veranstaltungen empfiehlt.

Das Herzstück der neuen Technik im Audimax bildet eine digitale AMX-DGX-Kreuzschiene mit 32 möglichen Ein- und Ausgängen für Signale aller Art – natürlich auch in 4K-Auflösung. Ein Monitor im Regieraum erlaubt die Vorschau des Ausgangssignals aus der Kreuzschiene.

Der dort eingebaute Controller macht die gesamte Technik im Audimax mit Hilfe von zwei 10‘‘-Touch-Panels vom Dozentenpult und der Regie aus bedienbar. Das Design der Touchpanel-Oberfläche in diesem Hörsaal wurde mit dem Projekt überarbeitet. Prinzipiell sind die Touchoberflächen aller Steuerungssystem in den Hörsälen der TU Ilmenau mit dem gleichen Design versehen, was die Bedienbarkeit vereinfacht, nach gut zehn Jahren aber nicht mehr zeitgemäß war. Die nun neue Touchpaneloberfläche wurde im Rahmen eines studentischen Projektes 2015 am Institut für Medientechnik der TU Ilmenau entworfen und auf Grundlage anerkannter Usability-Testmethoden auf Nutzbarkeit geprüft. Dabei wurden Dozenten – also die zukünftigen Nutzer – mit einbezogen. Ergebnis ist eine in Funktionalität und Design verbesserte Schnittstelle, die die komplexe Technik überraschend einfach bedienbar macht.

Installiert wurden im Audimax zudem zwei neue Saal-Kameras mit 3-MOS Bildsensor (Hitachi DK-H200), um Vorlesungen bzw. Veranstaltungen aufzeichnen zu können. Diese Kameras wurden an zwei Positionen im Auditorium montiert und angeschlossen, wobei die vorhandenen PTZ-Köpfe und die zugehörige Steuerung wieder verwendet wurden. Bilder dieser beiden fest installierten Kameras sind gemeinsam mit allen anderen Videosignalen auf zwei Vorschaumonitoren im Regieraum zu sehen. Patchfelder für HD-SDI-, HDMI- und Audio-Signale stehen im Regieraum für die Zuspielung von mulitmedialen Inhalten zur Verfügung und werden auch für Veranstaltungsaufzeichnungen sowie –streaming verwendet.

Damit der Audimax auch für größte Veranstaltungen flexibel nutzbar ist, die dann zum Beispiel eine Übertragung von Bild und Ton in den benachbarten Humboldthörsaal erforderlich machen, wurden Streaming-Extender (AMX SVSI) integriert. Im November, als die gut besuchte Kinderuni stattfand, hat diese Technik ihre Bewährungsprobe bestanden. Die Kinderuni wird seit 2004 auf dem Campus der TU Ilmenau angeboten und begeistert seither jährlich rund 3.600 Kinder. Im Audimax besuchen sie aufregende Vorlesungen aus den Bereichen Technik, Wirtschaft und Medien, die von den Professor(inn)en der TU Ilmenau kindgerecht vorbereitet werden.

Last but not least wurde im Audimax neue Lichttechnik installiert und das erstmals in fester Form, wobei mit Blick auf Energieeffizienz und Lebensdauer LED-Scheinwerfer zum Einsatz kamen, mit Blick auf die Kosten aber auch noch funktionsfähige Bestandsscheinwerfer in UHP-Technik integriert wurden.

Die technische Neuausstattung erforderte zudem die Demontage alter, analoger Kabel von insgesamt über 1,5 Kilometer Länge und die Neuverlegung von CAT-Kabeln. Die machen digitale Signalübertragung sowie Streaming möglich und eröffnen damit weitere neue Nutzungsmöglichkeiten des Audimax der TU Ilmenau, zum Beispiel für internationale Konferenzen, bei denen die Teilnehmer nicht vor Ort sein müssen, sondern über die gesamte Welt verstreut vor Bildschirmen sitzen und das Geschehen im Audimax verfolgen können.

„Zwölf Jahre wie die vorherige Medientechnik wird die jetzt neu installierte sicher nicht genutzt werden, dafür sind die technischen Entwicklungen auf diesem Gebiet einfach zu rasant. Aber die nächsten fünf Jahre dürfte sie gut in der vordersten Liga mitspielen“, prognostiziert Dr. Jan Röder. 

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Bild 1 + 4: © TU Ilmenau
Bild 2: © Christie 
Bild 3: © AMX