Museen- und Ausstellungen

Digitale Informationssysteme, interaktive Besucherzonen und LED-Lichttechnik – so sehen die Museen von heute aus. Moderne Medientechnik mit audiovisuellen und interaktiven Lösungen macht sie zu Besuchermagneten.

Museen und Kulturstätten: verstaubt war gestern

Aus alt mach modern
Das Besucherzentrum „Welterbe“ im historischen Salzstadel an der „Steinernen Brücke“ vermittelt auf zwei Etagen mit modernsten Medientechnologien und interaktiven Spielestationen die fast 2000-jährige Geschichte der Stadt Regensburg.
Das Thema UNESCO-Welterbe und dessen Hintergrund werden auf einem überdimensionalen, erleuchteten Globus dargestellt. Auf über 10 interaktiven Touchscreen-Displays lassen sich Informationen zu weltweit allen UNESCO-Kulturerbestätten abrufen. Mit zwei Urbanoskopen können die Besucher wie mit Fernrohren auf Expeditionsreise gehen und die Vergangenheit aus völlig neuem Blickwinkel erleben. Die berühmte „Steinerne Brücke“ wird über eine Großbildprojektion als Stich und animierte Illustrationen veranschaulicht.

Interaktivität – Vergangenheit hautnah
Interaktive Spiele, wie beispielsweise ein Welterbequiz, stellen Wissensdurstige mit vielen Fragen auf die Prüfung. Eine weitere Station bildet das Spiel „Kleider machen Leute“ mit Rückblick auf die damalige Regensburger Kleiderordnung.

Das Stadtmodell ist eines der Highlights: hier kann die Geschichte „Vom Römerlager zur modernen Stadt“ nachvollzogen werden. Ein hochauflösender Datenprojektor projiziert über eine Spiegelumlenkung auf eine dreidimensionale Oberfläche. Das gewünschte Zeitalter lässt sich über ein kapazitives Regelungssystem wählen, wobei die jeweiligen Epochen zudem auf einem 85-Zoll-Bildschirmgezeigt werden.

Den Urknall multimedial erleben
In der Sonderausstellung der ESO (European Southern Observatory) im Deutschen Museum wird voll auf moderne Medientechnik gesetzt. Der mehrminütigen Simulation des Urknalls folgt man am besten bequem auf dem Rücken liegend auf einer zentralen „Liegewiese“. Über multimediale Screens und interaktive Stationen kann sich der Besucher weitere Informationen über die Erdentstehung verschaffen.

Multimediale Darstellung der Vergangenheit
Das NS-Dokumentationszentrum in München befindet sich auf vier Etagen und zwei Untergeschossen. Neben der Dauerausstellung „München und der Nationalsozialismus“ gibt es wechselnde Sonderausstellungen, ein Lernforum, Konferenz- und Seminarräume sowie einen großen Veranstaltungssaal. Mit Hilfe modernster audiovisueller und interaktiver Lösungen werden in der Ausstellung historische Dokumente, Texte, Fotografien sowie Filme dargestellt.

Diese werden direkt auf die hellen Sichtbetonwände in den Ausstellungsräumen projiziert. Für die Übertragung aus nur einem Meter Entfernung sind hochauflösende Projektoren mit Weitwinkel-Zoomobjektiven im Einsatz, die gestochen scharfe und schattenfreie Bilderliefern. Die Gehäuse der Projektoren wurden auf Kundenwunsch farblich passend zur Innenarchitektur lackiert, Bedienelemente, Kabel und Schnittstellen entsprechend abgedeckt. In dem offenen, lichtdurchfluteten Geschoßbereich zwischen den Ebenen 2 und 3 dienen mit einer Veredelungsfarbe gestrichene Aluminiumplatten als Projektionsflächen. Diese sind freihängend direkt an den Fenstern platziert und geben so den Bezug zu den im Umfeld befindlichen realen Bauten der NS-Zeit und den historischen Aufnahmen.

In großen Leuchttischen werden Texte und Bilder mit LED-Panels hinterleuchtet. Ergänzend dazu sind in einigen Tischrastern thematisch passende Filme und Videos auf eingelassenen Monitoren zu sehen. Für diese quadratischen Raster wurden je vier spezielle Quadrat-Displays gewählt, die aufgrund Ihrer Form und der nur 5 cm Einbautiefe optimal für Leuchttische geeignet sind. Die miteinander verbundenen Displays ermöglichen die Wiedergabe in vier verschiedenen Einzelbildern oder als Gesamtbild.

Auf einem ebenso integrierten, interaktiven Stadtplan sind die damaligen Schauplätze des NS-Regimes verzeichnet. Per Fingertipp auf eine berührungssensitive Glasscheibe erhalten die Besucher weitere Erläuterungen über die mit dem Nationalsozialisten kooperierenden Verlage, den Schwarzmarkt oder dem Sitz der Globelin-Manufaktur. Auf allen Ausstellungsebenen sind übergroße Stelen mit 70-Zoll-Monitoren platziert, die Videos und Bewegtbilder zeigen. Auf zwei interaktiven 84-Zoll-Touch-Displays kann man sich zum Abschluss der Ausstellung über aktuelle Pressemitteilungen zu Ereignissen im „rechten Umfeld“ informieren.

Alles im Griff
In allen Konferenz- und Seminarräumen sowie im Veranstaltungssaal sind zur einfachen, intuitiven Bedienung Touch Panel mit Mediensteuerung installiert. Alle technischen Geräte der Ausstellung sind in zwei redundant angelegten Controllern vernetzt und für eine automatisierte An- und Abschaltung der gesamten Ausstellung programmiert. Der Betreiber des Museums hat mit einer vierstündigen Reaktionszeit und – je nach Schwere des Ausfalls – mit Wiederherstellungszeiten von 24 bzw. 48 Stunden Anforderungen gesetzt, die nur durch eine ständige Überwachung der gesamte Technik durch den Servicebetrieb erfüllt werden können. Emails informieren täglich über den Status der Anlage und in wenigen Minuten nach dem Auftreten eines technischen Problems die Servicezentrale und ein Notfallhandy des diensttuenden Technikers. Natürlich wird parallel der Ausfall auf den entsprechenden Touch Panels angezeigt.