ARCHAEORAMA, Unteruhldingen

Das Museum der Pfahlbauten liegt direkt am Ufer des Bodensees. Es gehört zum UNESCO Weltkulturerbe.

Konzeption
ln einer Zeitreise führt das ARCHAEORAMA in die Epoche der Pfahlbauer zurück. Im ersten Raum wird die Taucherarchäologie verständlich erklärt. Im zweiten Raum geht der Besucher scheinbar durch eine Unterwasserwelt – er bewegt sich dabei mitten durch eine Pfahlbausiedlung hindurch. Im dritten Raum zeigt ein Panorama-Kino die Wandlung der Landschaft von der letzten Eiszeit bis zur Ankunft der ersten Pfahlbauer.

Making of
Der Idee einer multimedialen Inszenierung folgten die Ausarbeitung der Medientechnik mit Teststellungen von Licht- und Projektionstechnik. Überzeugt vom Gesamtkonzept, gab Museumsdirektor PD Dr. Schöbel den Startschuss für das ARCHAEORAMA.

Frühzeitig galt es, die ersten Hürden zu überwinden: „Aufgrund der Bodenbeschaffenheit kamen die Rohbauarbeiten nur schleppend voran, der Anbau musste letztendlich auf 15 Meter tief verankerte Pfähle gestellt werden“, so Architekt Karl-Heinz Hummel. Durch die baulichen Verzögerungen wurde das Zeitfenster für den Einbau der Medientechnik um zwei Wochen gekürzt. „Eine Herausforderung für das gesamte Team. Flexibilität und interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Gewerken waren essentiell, damit das Projekt erfolgreich umgesetzt und der Termin für die Eröffnung eingehalten werden konnte“, berichtet Projektleiter S. Buckenhofer.

Medientechnik
Das ARCHAEORAMA wird vollautomatisch und getaktet über ein Besucherzählsystem betrieben. Mithilfe von Anzeigesystemen werden die Besucher orientiert und über den Beginn der nächsten Vorstellung informiert. An der Kasse behalten die Mitarbeiter des Museums den Überblick, wie viele Personen sich in den jeweiligen Räumen befinden. Am dort platzierten Touch-Monitor lässt sich jederzeit manuell eingreifen, z.B. um die Sprachauswahl für eine englischsprachige Besuchergruppe anzuwählen.

Eine zentrale Mediensteuerung übernimmt die Steuerung der gesamten Audio-, Video- und Lichttechnik einschließlich der Türen und Schleusen. Acht der insgesamt 13 Projektoren kommen im 360° Kino zum Einsatz. Aufgrund der geforderten Lichtleistung und Standzeiten wurde auf professionelle DLP-Projektoren mit 2-Lampen-System zurückgegriffen. Ausgespielt wird mit Hochleistungs-Rechner-Systemen, die ebenfalls die geometrischen Bildkorrekturen in Echtzeit durchführen und Mehrkanal-Tonsynchron an externe Audio-Interfaces weiterreichen.

Darüber hinaus liefern ein knappes Dutzend vernetzter Medienzuspieler die Inhalte für Rück- und Deckenprojektionen und fungieren des weiteren als Audioquellen. Die Verteilung und Anpassung sämtlicher Tonsignale erfolgt über zwei 8x8-Audio-DSP’s. Insgesamt 22 Lautsprechersysteme samt Leistungsendstufen bilden die Mehrkanal-Beschallung, zusätzlich sind Körperschallwandler für die Erregung von Glasflächen im Einsatz.

Durch das High-Tech-Projekt ARCHAEORAMA ist das Weltkulturerbe eine Attraktion reicher. Das “Freilichtmuseum“ mit eigenem angeschlossenen Forschungsinstitut ist wegweisend für die Museumsdidaktik der Zukunft – und ganz bestimmt einen Besuch wert.


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