Alfred-Brehm-Haus im Berliner Tierpark 

Wo ist der Regenwald geblieben?

Das Alfred-Brehm-Haus im Tierpark Berlin-Friedrichsfelde wurde 1963 als damals größtes Raubtierhaus der Welt eingeweiht. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde von 2018 bis 2020 für rund neun Millionen Euro umgebaut, da es nicht mehr den aktuellen Anforderungen an eine artgerechte Tierhaltung entsprach. Es wurden nicht nur die neuen Tieranlagen großzügiger und naturnaher gestaltet, sondern wird auch das Konsumverhalten der Menschen kritisch hinterfragt. Unter der großen Überschrift „Wo ist der Regenwald geblieben?“ hat das mehrfach preisgekrönte  Berliner Büro „Stories within architecture“ eine Szenografie zur Ausstellung geschrieben und den medientechnischen Part wiederholt mit VST Saalfeld umgesetzt

Technischen Details

Spielerisch lernen
Im Brehm-Haus kann u. a. an sechs Forscherstationen das Alltags- und Konsumverhalten auf den Prüfstand gestellt werden. Welchen ökologischen Fußabdruck hinterlassen beispielsweise Banane, Ananas, Mango & Co. im Vergleich zu Apfel, Birne, Pflaume? Wo kommen Benzin und Biodiesel her? Was ist in unseren Kosmetikprodukten drin? Was könnten Mais und Wurst erzählen, wenn sie könnten?  Was sagen Tiere, die geschlachtet oder aus ihrem Lebensraum vertrieben werden? Um Antworten zu bekommen, soll der Besucher interagieren. Er kann z. B. die verschiedensten, als Modelle nachgebauten Alltagsprodukte abscannen und erhält dann Informationen. Spielend lernen, so die Idee, die Analoges mit Digitalem verknüpft. So kann man die Zapfsäule wie an der Tankstelle ziehen oder die Cremedose und den Schokoaufstrich wie im Supermarkt sehen und scannen. Infos gibt es dann per Bildschirm zum Nachlesen oder per Körperschall-Lautsprecher über die Ohren, und das jeweils in Deutsch und Englisch.

Highlights und Herausforderungen

Zielgerichteter Klang an 8 Audio-Inseln
Höhepunkt des informativen Rundgangs durch das Foyer und die beiden Felsenhallen des Brehm-Hauses sind acht Audio-Inseln, die Geräusch-Duschen gleichen. Der Besucher nimmt auf runden Sitzmöbeln Platz, wählt durch Handauflegen aus, in welcher Sprache (deutsch/englisch) er Informationen bekommen möchte und erhält diese über einen von oben gerichteten Sound nur in seinem Inselbereich von rund zwei Metern Durchmesser. Während er an den verschiedenen Plätzen jeweils etwas Neues über den Urwald, dessen Bewohner oder das Klima erfährt, wird der in Nachbarschaft stehende Besucher nicht gestört. Diesen gerichteten Klang zu realisieren, ist nicht nur technisch anspruchsvoll, sondern setzt auch Sitzmöbel voraus, die unverrückbar sind, weshalb es sich im konkreten Fall um Möbel aus Beton handelt. Von den Sitzinseln aus hat man einen freien Blick auf die angrenzenden Gehege und kann die zur Tier- und Pflanzenwelt gegebenen Fakten sogleich mit der Realität abgleichen.

VST hat die einzelnen Forscher-Stationen programmiert, die Filmsequenzen mit dem Programm in Übereinstimmung gebracht und auch die Audioproduktionen koordiniert, indem die Sprecher für die passenden Stimmen ausgewählt wurden. Anspruchsvoll war die Umsetzung des Konzeptes auch, weil dem Denkmalschutz in hohem Maße Genüge getan werden musste und vor allem die für die sechs Forscher-Stationen benötigten Flächen nicht so einfach zur Verfügung standen.