Web- und Videokonferenzen

Der Einsatz von Web- und Videokonferenzen ist seit Jahren geübte Praxis – und doch nicht veraltet. Es ist so wie mit dem Automobil – vor mehr als hundert Jahren erfunden, erfindet es sich in der Kunst der Fortbewegung stets neu. Wie das eine dem Wunsch nach schneller Mobilität über weite Distanzen hinweg Rechnung trägt, so ist das andere für Kommunikation über weite Distanzen unverzichtbar geworden. Und doch hat sich vieles gewandelt.

War die Videokonferenz vor Jahren ein Privileg, das einer kleinen Schar von Nutzern vorbehalten war, die im Handwählverkehr über mehrfach gebündelte ISDN-Leitungen miteinander konferierten, sind es heute eine ganze Reihe von Diensten geworden, die aus dem privaten und beruflichen Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Diese sogenannten „kommunikativen Weitverkehrsdienste“ arbeiten zwar alle mit Kamera, Lautsprecher, Mikrofon und Übertragung von Bild- und Tonsignalen übers das Netzwerk – und doch sind sie ganz verschieden.

Mit Einzug der Smartphones in unser gesamtes Leben haben wir anhand von app-basierenden Diensten die schnelle und unkomplizierte Bildkommunikation von Nutzer zu Nutzer kennengelernt. Hier helfen Skype, FaceTime und viele andere, uns mobil zu verbinden. Wer aber schon mal versucht hat, diese Dienste in Konferenzen und Teamsitzungen anzuwenden, hat Bekanntschaft gemacht mit den unnachgiebigen Grenzen der Physik des Schalls, der Optik und der elektronischen Signalübertragung. Diese Dienste und deren professionellen Verwandten wie Skype for Business, WebEx, TeamViewer und andere sind für diese Herausforderungen nicht ohne die Erfüllung von bestimmten Voraussetzungen einsetzbar.

Die Qualität einer Tonwiedergabe bzw. einer Aufnahme ist immer nur so gut wie der Raum, in dem sie erfolgt. Die Bildqualität einer Kamera, eines Displays und Projektors ist immer nur so gut wie die Lichtsituation es zulassen. Daher hängt die qualitative Bild- und Tonübertragung nicht nur von hochwertigen, technischen Komponenten ab wie leistungsfähige Mikrofone und nachtsichtfähige Kameras, sondern auch vom Umfeld, in dem wir sie einsetzen.

Um beste Ergebnisse beim Einsatz zu erzielen rücken der Raum, die Auswahl und die Abstimmung der technischen Komponenten aufeinander in den Mittelpunkt. Oder – um das Beispiel von oben aufzugreifen – es nützt nix wenn Sie den stärksten Motor und die besten Reifen haben, aber Ihr Fahrwerk, die Straße und die technische Abstimmung unzureichend sind.

So sind eine Reihe von Bedingungen zu beachten, um Videokonferenztechnik in Ihren zahlreichen technischen Spielarten zum Erfolg zu führen.

Beim Bild sind dies

  • gleichmäßige Lichtverteilung im Raum
  • Wahl eines geeigneten Hintergrundes
  • richtige Farbtemperatur des Lichts
  • passende Wahl der Möbeloberflächen
  • Beachtung der Blickwinkel
  • die richtige Platzierung von Display und Kamera sowie der Teilnehmer

Beim Ton zu beachten

  • richtige Absorption im Raum
  • gleichmäßige Schallverteilung unter Berücksichtigung der eingesetzten Mikrofone
  • das Vermeiden von Nebengeräuschen
  • die Wahl einer „leisen“ Möblierung (Tische und Stühle)
  • die ortsrichtigen Anordnung von Mikrofonen und Lautsprechern
  • eine leistungsfähige Klangregelung mit Rückkopplungskontrolle

Die Liste der Bedingungen ließe sich weiterfortführen, aber oft scheitert es schon an den oben genannten Punkten. So ist das Ergebnis trotz teurer Technik oftmals mäßig und die Akzeptanz bei den Nutzern bleibt aus.

Es gibt unter dem Gesichtspunkt des Erfolges noch andere Bedingungen, auf die hier nicht näher eingegangen werden konnte: Wirtschaftlichkeit bei der Auswahl der Anlagentechnik und den Übertragungskosten, Multipoint-Lösungen von der eigenen IT gehostet oder Cloud-basierende Lösungen, Einbindung verschiedener Endgeräte und Zusammenschaltung zu gemeinsamen Videokonferenzen .